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Schwimmhilfen [1] [2] [3]
Schwimmhilfen sind weit verbreitet und man findet sie an praktisch jedem Beckenrand, neben dem obligaten, meist trotz Hülle durchnässten Trainingsprogramm und der Flasche mit hoffentlich isotonischem Getränk! Wie in vielen Sportarten herrscht auch hier ein kleiner Glaubenskrieg über den Einsatz dieser Hilfen. Die einen schwören darauf, die anderen verdammen sie in die Tiefen des Beckens. Wir stellen Euch hier die wichtigsten vor und Ihr entscheidet einfach selbst, was Euch hilft und was nicht:
 
Pull-Buoy    
Der Ausdruck Pull-Buoy stammt aus dem Englischen und heisst übersetzt "Zieh-Boje". Dieses Hilfsmittel wird zwischen die Oberschenkel geklemmt, wo es für Auftrieb sorgt - so dass kein Beinschlag mehr nötig ist. Der Schwimmer zieht sich dann im Wasser nur noch mit den Armen vorwärts und trainiert auf die Weise ausschliesslich den Oberkörper. Man kann viele Schwimmer beobachten, die trotz Pull-Buoy mit Beinschlag schwimmen. Das ist natürlich nicht der Sinn der Übung. Diese Boje soll die Beine vollkommen ruhig stellen. Versuchen sie also auf jeden Fall, die Beine so ruhig wie möglich zu halten. Sie sollten die Boje ebenfalls nicht zwischen die Unterschenkel klemmen, weil dies zu einer Überdehnung der Lendenwirbelsäule führen kann.

Gerade Steve Tarpinian kritisiert dieses Hilfsmittel in seinem Buch sehr stark. Er ist der Meinung, dass die Pull-Buoy nur eine schlechte Beinarbeit und schlechte oder fehlende Rotation vertuschen kann. Er empfiehlt ganz klar, das Ding einfach zu meiden und durch kurze Flossen zu ersetzen und damit lieber Beinschlags- und Rotationstraining zu machen. Sorry liebe Schwimmtrainer - ist nicht meine Aussage! Das muss jeder selber wissen :-)
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Schwimmbretter    
Eine der wohl bekanntesten Hilfen ist das Schwimmbrett, das in Hunderten von Farben und Formen erhältlich ist. Eigentlich ist es das Gegenstück zur Bull-Buoy, denn hier werden die Arme ruhig gestellt und ein Auftrieb für den Oberkörper erzeugt.

Als Schwimmer können Sie so Ihren Oberkörper entlasten und sich auf die Beinarbeit konzentrieren. Vor allem wenn Sie für einen Sprint trainieren, ist ein kraftvoller Beinschlag sehr wertvoll, währen er bei den Langstreckenschwimmern praktisch "nur" der Stabilisierung der Wasserlage dient. Doch auch hier gibt es Kritik. Das Brett erzeugt einen unnatürlichen Auftrieb und begünstigt einen flachen Beinschlag ohne Rotation. Hand aufs Herz, wann haben sie beim Training schon jemanden beobachtet, der Trotz Verwendung eines Schwimmbrettes seinen Körper in der Längsachse rotiert? Ideal ist das Brett aber sicher auch für Anfänger, die damit die grundlegende Beinarbeit erlernen können. Ich bin der Meinung es tut in jedem Training gut, sich einmal 100% auf die Beinen konzentrieren zu können. Zudem gibt es etwas Abwechslung und macht nicht zuletzt Spass.
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Paddels    
Die grundlegende Idee von Paddels ist es, die Handflächen künstlich zu vergrössern und so während der Zugphase das Gefühl für das Wasser zu verbessern. Mit Hilfe der Paddels lässt der Anstellwinkel während der einzelnen Phasen des Armzuges besser fühlen. Das neuromuskuläre System führt Bewegungen, die mit Hilfe der Paddels erlernt wurden, mit der Zeit vollkommen automatisch aus. Bei einem falschen Zugmuster erhalten Sie augenblicklich Feedback, weil dies unweigerlich zu einer Verschneidung der Hand führt. Vorsicht bei der Verwendung von zu grossen Paddels. Dies kann mit der Zeit durch Überbeanspruchung zu Schulterschmerzen führen.

Mit Paddels sollte man keine Grundlagenausdauerprogramme schwimmen. Sie sind besser geeignet, um die Technik des Armzuges zu verbessern, die Schnelligkeitsausdauer oder die Schnelligkeit zu verbessern. Auch bei diesem Hilfsmittel gilt, dass eine falsche Verwendung sehr schnell dazu führen kann, Fehler zu kaschieren, als sie zu korrigieren. Sie sollten sie ausserdem maximal 25% einer Trainingseinheit verwenden.
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Flossen / Kurzflossen    
Flossen sind aus dem Grund ein sehr wichtiges Hilfsmittel, weil sie die korrekte Ausführung vieler Übungen erleichtern. Durch den zusätzlichen Vortrieb erhält man eine gute Wasserlage und kann sich so z.B. auf einen Einarmzug im Kraulschwimmen konzentrieren.

Beim Schwimmen mit Flossen achtet man ausserdem viel bewusserter auf seine Beine. Das trägt dazu bei, dass man sie im Strömungsschatten seines Körpers hält und somit einen zu grossen Ausschlag mit hohem Wasserwiderstand vermeidet. Für das Kraftausdauertraining eignen sich vor allem kurze Flossen, weil damit eine höhere Frequenz, und somit dem Wettkampf ähnlichere Technik erreicht werden kann. Beim Sprinttraining kann mit Flossen sehr gut erlernt werden, welche Körperhaltung die "Wasserschnittigste" ist. Ausserdem wird durch die Verwendung von Flossen ebenfalls die Beweglichkeit des Fusses verbessert. Klingt fast nach einem Wundermittel für alle Probleme. Vielleicht nicht ganz, aber sie sind sicher eine der sinnvollsten Schwimmhilfen überhaupt. Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass Ihr Beinschlag beim Kraulschwimmen aus den Hüften und nicht aus den Knien kommt!!
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Schwimmbrille    
Während viele Schwimmhilfen vielleicht eher in die "Nice to have" Kategorie fallen, ist eine gute Schwimmbrille eher Pflicht als Kür. Zwar kann man auch ohne Brille schwimmen, aber sie schützt Ihre Augen vor brennendem Chlor- und Salzwasser und sorgt für klare Sicht und gute Orientierung. Reines Chlorwasser brennt übrigens nicht in den Augen und führt auch nicht zu Rötungen. Ebenfalls erzeugt es nicht den typischen Schwimmbadgeruch. Brennen, Rötung und Geruch entstehen erst, wenn Chlor mit Urin reagiert. Das klingt sicher etwas eklig - trotzdem sind die in Schwimmbädern enthaltenen Mengen von Urin absolut unbedenklich. 

Vor allem, wenn Sie viel im offenen Gewässer schwimmen, ist es zwingend nötig, dass die Brille auch über einen guten UV-Schutz verfügt. Denn ähnlich wie der Schnee beim Skifahren sorgt auch die Wasseroberfläche für eine starke Reflektion der UV-Strahlen, die Ihre Augen schädigen kann. Schwierig ist es oft, eine Brille zu finden, die sich perfekt der eigenen Gesichtsform anpasst, da der Augenabstand bei jedem Menschen anders ist.
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Bei guten Schwimmbrillen finden Sie daher verschiedene Nasenstege, die sich leicht austauschen lassen. Wenn Sie einmal die perfekte Brille gefunden haben, kaufen Sie am besten gleich 2-3 Stück davon. Das absolut beste Mittel gegen Beschlag ist übrigens immer noch Spucke. Verreiben sie etwas davon auf den Innenseiten beider Gläser und lassen Sie sie antrocknen! Erst dann können Sie die Brille kurz ausspülen und verwenden. Wenn Sie die Brille zu schnell auswaschen, wird sie trotzdem beschlagen.
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